Bergsteiger-Wandertipp (Juni 2022)

In regelmäßigen Abständen präsentieren wir einen neuen, zur Jahreszeit passenden „Bergsteiger-Wandertipp“, der Sie und Ihre Familie bzw. Ihre Freunde motivieren soll, Ihre Freizeit in den Bergen zu verbringen. Bitte achten Sie darauf, Berg-Touren genau zu planen und gut ausgerüstet (Kleidung, Schuhe, Stecken, etc.) zu starten. Achten Sie bitte auch immer auf die Wetterlage (www.wetter.at)! Auf Grund der heftigen Stürme der letzten Monate und Jahre kann es auf den beschriebenen Wegen und Steigen zu nicht vorhersehbaren Behinderungen kommen. Bitte beachten Sie auch dementsprechende Hinweisschilder! Die in der Tourenbeschreibung und bei den technischen Daten verwendete Abkürzung „Hm“ bedeutet Höhenmeter. Die Firma Wiesbauer übernimmt für die Angaben bei sämtlichen Bergsteiger-Wandertipps keinerlei Haftung! Zusätzlich unseren Tourenbeschreibungen ist es ratsam, sich mit zusätzlicher Wander-Literatur (z.B. Rother Wanderführer) und genauem Kartenmaterial (z.B. von BEV, freytag & berndt, Kompass) auszustatten. Bei dem am Ende des Wandertipps angefügten Plan handelt es sich um eine Skizze, die bei der Orientierung helfen soll, aber nicht maßstabgetreu ist. Unterhalb des Plans fi nden Sie eine Liste mit den auf dem Plan verwendeten Symbolen. Neben unserem aktuellen „Bergsteiger-Wandertipp“ empfehlen wir Ihnen auch den Wanderweg auf die Wiesbauerspitze im Nationalpark Hohe Tauern in Osttirol. Der aktuelle „Bergsteiger-Wandertipp“ und der „Wanderweg auf die Wiesbauer Spitze im Nationalpark Hohe Tauern in Osttirol“ sind gestaltet von www.wandertipps60plus.eu

 

Portlahorn/Sünserspitze (Vorarlberg):

Rundtour in einer Bilderbuch-Landschaft

Im Naturschutzgebiet Hoher Freschen-Mellental im Südwesten des Bregenzerwaldes findet man großflächige Almgebiete, die von steilen Grasbergen umgeben sind. Als „Tupfen auf dem I“ gibt es neben dem wunderschö-nen Blauen See in einem Becken den romantisch gelegenen Sünsersee, den wir beim nachfolgenden Wander-tipp großräumig umrunden werden. Speziell im Frühsommer dominiert ein kräftiges Hellgrün die Szenerie. Dazu kommt noch, dass man fast auf der gesamten Tour großartige Ausblicke in die uns umgebende Bergwelt genießen kann: Alles Tribute, um zu Recht von einer Bilderbuch-Landschaft (Abb. 1) zu sprechen!

Ausgangspunkt unserer Wanderung ist der große Parkplatz (ca. 1.710 m) wenige Meter unterhalb des Furkajochs (1.759 m), der höchsten Stelle der Landesstraße L 51, die Rankweil im Rheintal mit dem Wintersportort Damüls verbindet. Vom etwas tiefer liegenden Parkplatz, von dem einerseits in Richtung Südosten die mächtige Rote Wand (2.704 m, Abb. 2) und andererseits im Norden unser erster Wegteil (Abb. 3) gut zu überblicken ist, geht es mit wenigen Schritten hinauf zur Landesstraße und dann rechts ein paar Meter abwärts zu einer kleineren Park-platz-Bucht. Dort wechseln wir links auf einen Steig, der parallel zur Landesstraße etwas steinig und über mehrere Bachläufe zuerst bergauf und dann bergab zur Zufahrtsstraße zur Portlaalpe führt, in die wir links einbiegen. Auf dieser geht es leicht ansteigend vorbei an einem großen hölzernen Kruzifix, bis wir nach etwa 20 Minuten vom Ausgangspunkt die Portlaalpe (1.726 m) erreichen, die in den Sommermonaten bewirtschaftet und die einzige Ein-kehrmöglichkeit auf unserer Wanderung ist. Links auf einen Steig abbiegend, geht es jetzt in etwa 15 Minuten im offenen Gelände steil hinauf zum Portla Fürkele (1.813 m), einem Sattel, bei dem wir sehr schön Richtung Norden unser Wandergebiet (Abb. 4) überblicken können und bei dem wir nun unsere Rundwanderung beginnen. Wir zweigen rechts ab und steigen – wieder in etwa 15 Minuten – auf einem sehr steilen, markierten Steig – zuerst noch kurz im offenen Gelände und dann von Sträuchern umgeben – hinauf zu einer Weggabelung, die auf einem schmalen, gratartigen Kamm liegt. Rechts könnte man in wenigen Minuten zum Portlakopf (1.905 m, Abb. 5) auf-steigen. Wir aber halten uns links und gehen vorsichtig auf dem schmalen Kammsteig Richtung Nordosten (Abb. 6), zu Beginn kurz aufwärts und dann einige Zeit abwärts zu einer Felsstelle, die mit Trittsicherheit problemlos zu bewältigt ist. Danach wird der Bergkamm breiter und es geht in Geländestufen aufwärts, zuerst zu einer Abzweigung, bei der man rechts nach Damüls absteigen kann, und von dieser weiter zu unserem ersten Gipfelkreuz , das auf dem 2.010 m hohen Portlahorn steht. 

Dieses erreicht man nach etwa 1¼–1½ Stunden vom Ausgangspunkt. Sensationell von hier ist der Rundblick, der im Süden (Abb. 7) zur Silvretta und zu den Rätischen Alpen mit der Schesaplana (2.965 m) reicht. Im Osten (Abb. 8) sieht man zum Lechquellengebirge mit der Unteren Wildgruben-spitze (2.753 m) und der Roten Wand und im Westen (Abb. 9) hinter dem dominanten, uns benachbarten Hohen Freschen (2.004 m) den in der Ostschweiz gelegenen Säntis (2.502 m). Bei guter Sicht ist im Süden schon in etwas größerer Entfernung am Alpenhauptkamm auch eine Vielzahl von Dreitausendern, ja sogar Viertausendern zu sehen! In Richtung Norden (Abb. 10), in die wir unsere Tour fortsetzen, ist der langgezogene Grasberge-Kamm mit der Damülser Mittagsspitze (2.095 m) im Nordosten und unserem zweiten Gipfelziel, der Sünserspitze (2.061 m) im Nordwesten, in nächster Nähe zu sehen. Zusätzlicher Blickfang sind der kleine Blaue See, zu dem wir jetzt recht steil und über felsige Stellen absteigen werden, und noch tiefer unter uns der Sünsersee, zu dem wir später gelangen werden. Auch beim Abstieg zum Blauen See und weiter zum Sünserjoch (1.910 m), für den man insgesamt etwa 25–30 Minuten einplanen sollte und auch Trittsicherheit benötigt, sind einige kleinere Gegensteigungen „eingebaut“. Vom Sünserjoch, bei dem man – wie schon beim Blauen See – rechts nach Damüls absteigen kann, geht es jetzt in 15 Minuten letztmals Richtung Norden sehr steil auf einem Wiesenpfad hinauf zu einer Weggabelung. Rechts bewegt man sich Richtung Osten weiter auf dem Damülser Rundweg zum Ragazer Blanken (2.051 m), zum Hochblanken (2.068 m) und zur Damülser Mittagsspitze. Wir aber biegen links ab und steigen noch kurz bis knapp unterhalb des Sünserkopfes (2.032 m) auf und dann weiter Richtung Westen auf einem fast ebenen Panoramasteig (Abb. 11) zur Sünserspitze. Unterwegs – hier ist Schwindelfreiheit gefragt – erreichen wir zweimal den von Osten nach Westen verlaufenden Bergkamm, der uns Blicke zum nördlichen Bregenzerwald (Abb. 12) und zum Bodensee ermöglicht. Kurz wird es nochmals sehr steil (Abb. 13), dann erreichen wir nach 2½–2¾ Stunden, in denen wir mit den zahlreichen Gegensteigungen fast 550 Hm bewältigt haben, das Gipfelkreuz der Sünserspitze (Abb. 14). 

Auch hier erwartet uns ein großartiger Rundblick, der noch durch den Blick Richtung Nordwesten zum Bodensee (Abb. 15) und Richtung Osten (Abb. 16) über den gerade begangenen Kammverlauf und den Allgäuer Alpen im Hintergrund ergänzt wird. Eindrucksvoll von hier die Aussicht rund 250 Hm abwärts zum Sünsersee (Abb. 17), zu dem wir jetzt in einem langgezogenen Linksbogen absteigen werden. Über einen breiten Bergrücken geht es Richtung Südwesten (Abb. 18) auf einem Wiesenpfad zunächst angenehm absteigend weiter, dann wendet sich unser Steig links nach Süden und führt sehr steil und teilwei-se über Felsplatten (Trittsicherheit!) im Latschengelände hinunter in ein talförmiges Becken. Unten angekommen, wendet sich der Weg wieder nach links Richtung Osten (Abb. 19) und man wandert gemütlich – nur gegen Ende etwas steiler – zum Sünsersee (1.810 m, Abb. 20), den man von der Sünserspitze nach etwa 25–30 Minuten erreicht. Obwohl so hoch gelegen, wagen mutige Bergwanderer immer wieder den Sprung in den direkt unterhalb der Sünserspitze gelegenen Bergsee. 

In der Südost-Ecke des Sees zweigen wir für die Rückkehr zu unserem Ausgangspunkt rechts Richtung Süden ab. Ein kurzes Stück steigen wir auf, dann geht es über großfl ächiges Almgebiet mäßig steil absteigend in etwa 15 Minuten zur unbewirtschafteten Sünsalpe (Abb. 21) mit ihrem riesigen Stallgebäude, an dem wir links mit einigem Abstand vorbei wandern. Weiter führt unser Steig steil abwärts zu einer Bach-Querung (ca. 1.745 m). Ist diese mit Sprüngen über Steine geschaff t, geht es wieder aufwärts: Zuerst steil, dann längere Zeit nur mäßig ansteigend und am Ende erneut steiler – nach ca. 25–30 Minuten von der Sünsalpe erreichen wir wieder das Portla Fürkele, bei dem wir den Rundweg beenden. Auf dem vom Aufstieg bekannten Weg geht es mit schönem Blick Richtung Süden (Abb. 22) zum Furkajoch schließlich steil abwärts zur Portlaalpe (Abb. 23) und in einem Auf und Ab zum Ausgangspunkt, den wir von der Sünserspitze nach etwa 1¾–2,0 Stunden erreichen.

Technische Daten:

Hm/Zeit: Vom großen Parkplatz unterhalb des Furkajochs über das Portla Fürkele, das Portlahorn und das Sünserjoch auf die Sünserspitze mit zahlreichen, auch größeren Gegensteigungen knapp 650 Hm in etwa 2½–2¾ Stunden (Aufstieg) bzw. über den Sünsersee, die Sünsalpe und das Portla Fürkele in etwa 1¾–2,0 Stunden (Abstieg).

Zeitraum: Ende April–Mitte November

Anforderungen: Längere, technisch unschwierige Tour, die aber teilweise recht steil ist und auf einigen Wegteilen Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordert. Der Kamm zwischen Portlakopf und Sünserjoch kann auf einem direkten Weg zwischen Portla Fürkele und Blauem See umgangen werden. Alle Wege, Steige und Pfade sind gut markiert, gepfl egt und größten-teils stark begangen.

Highlights: Großfl ächige Alm-Landschaften, toller Rundblick vom Portlahorn und von der Sünserspitze und großartige Aus-blicke auch auf vielen Wegteilen unterwegs; Blauer See und Sünsersee

Anfahrt: Auf der Landesstraße L 51 (Verbindung Rankweil (Autobahn A 14) über Laterns und das Furkajoch nach Damüls (Bundesstraße B 193: Verbindung Au (B 200) nach Bludenz (A 14)) bis zum großen Parkplatz bei Km 22,1 knapp unterhalb des Furkajochs fahren.

Einkehr:  Portlaalpe (im Sommer bewirtschaftet)

Referenzsystem ETRS89
Geogr. Länge/Breite: 9°50‘08‘‘/47°16‘20‘‘ Rechtswert (UTM): 563215 m (Zone: 32 N) Hochwert (UTM): 5235785 m (Zone: 32 N) BEV-Plan: ÖK50/1224

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